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Ich hatte mich am Wochenende entschieden, mal wieder ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen, um mir die Dungeons & Dragons Anthology zu kaufen. Baldur's Gate, Icewind Dale, Planescape Torment und The Temple of Elemental Evil (wobei ich von letzterem noch nie zuvor gehört habe). Im Lieferumfang sämtliche Teile, nebst Add-Ons. Da ich bisher nur Baldur's Gate 2 besaß eine nicht unfeine Anschaffung, zumal die Spiele alle auf 2 DVDs daherkommen und mein BG2 noch die 4 CD-Fassung war. Heute morgen lag das ganze dann im Briefkasten und ich stand vor der Qual der Wahl: womit anfangen?

Die Wahl ist dann recht schnell auf Planescape: Torment gefallen, da ich von diesem Spiel als junger Bursche nur die Demo gespielt habe, und mich düster daran erinnern konnte, sie großartig makaber und spaßig gefunden zu haben. Außerdem steht das Spiel auf bit-tech.net(s) 2009 herausgegebener Liste der 30 Spiel, die man vor seinem Tod gespielt haben muss, demnach kann es nur heißen: hopp, hopp, man hat ja nur noch 40 oder 50 Jahre. Also Installation gestartet - und: oh prima, man kann gleich alles in einem Rutsch installieren, die 30 GB Speicherplatz hat man ja gerade noch übrig und auch sonst wirkt alles passabel. Systemanforderungen sind ein Witz und als Betriebssystem hätte er gerne XP, Vista oder 7. Genau jene drei, die ich [installiert] zur Verfügung habe; theoretisch stünden auch noch Windows 98, 3.11 sowie DOS 6.1 zur Verfügung, letztere beide aber nur als Diskettenversionen und ich hab' nur noch ein Diskettenlaufwerk. ;)

Aber was ist das denn jetzt bitte komisches? Mitten in der Installation kommt eine Fehlermeldung ... Er könne eine Datei auf der DVD nicht finden, ich solle doch bitte mal nachsehen, ob sie wirklich nicht da ist. Als ob ich sie finden könnte, wenn er es schon nicht kann... Aber gut. Mal nachgucken. ***_10.***. Nö, nicht da. Was mach' ich denn jetzt? Ach, einfach mal auf der zweiten DVD nachgucken. Und siehe da: Installation läuft weiter. Ich muss persönlich sagen, ich finde das klassische „Bitte Disk 2 einlegen“ erheblich nervenschonender. Für einen Moment hatte ich Angst, dass ich heute nicht anfangen kann, sonder das ganze nochmal via Postweg umtauschen muss.

Die Installation verlief dann in der Folge allerdings reibungslos - und es konnte losgehen. Einen ersten [!] Namenlosen erstellt und ab ins Abenteuer:

Schon lustig der gute Morte. Quatscht ein bisschen viel für meinen Geschmack, aber trotzdem ein freundlicher Gesell'. Und faszinierend, eigentlich ertrage ich Spiele nur noch sehr begrenzt, die keine volle Sprachausgabe haben, aber hier macht auch das Lesen erheblichen Spaß - und ich habe es irgendwie überhaupt nicht eilig. Ach übrigens, ich hatte vorher gehört, dass die Steuerung total sperrig und kontraintuitiv sei (PC Games: Retro Video): kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die von Baldur's Gate 2 ging mir tierisch auf den Senkel, aber die hier finde ich eingängig und leicht verständlich. Absurd eigentlich, wenn man bedenkt, dass sie praktisch fast identisch sind. Wie dem auch sei. Es ging jedenfalls recht schnell durch das Leichengewölbe, ein bisschen hier gequatscht, ein bisschen dort und dann dummerweise mit den netten Herren im Obergeschoss angelegt, was zur Folge hatte, dass ich mich fleißig durchprügeln durfte - aber PS:T scheint sowas nicht übel zu nehmen, ich kam trotzdem problemlos durch und fand meine angeblich ehemals Angebetete und das Portal gleich neben ihr nach draußen, dass ich natürlich erst genommen habe, nachdem ich ihr versprochen hatte alles zu tun, damit wir eines Tages wieder vereint sein können. Tod oder lebendig. So bin ich halt, ein alter Romantiker... :)

Draußen angekommen, ging eine breitere Erkundung der Umgebung los, erste kleinere Aufgaben wurden erfüllt - und irgendwie schlich sich das Gefühl ein, mich ein wenig verskillt zu haben bei der Charaktererstellung, der Namenlose war doch arg schwach. Und sein Inventar total zugemüllt. Und kein Händler weit und breit in Sicht... Aber was soll's, war ja noch früh im Spiel. Einfach nochmal von vorne.

Namenloser, die Zweite. Kämpferorientierte Verteilung der Eigenschaftswerte und wieder rein in die Leichenhalle. Diesmal durfte ich dann direkt feststellen, dass ich mit den ganzen Zombies und Skeletten besser hätte reden sollen beim ersten Durchgang, da kann man ja fast überall lustige Dinge anstellen, die auch noch Erfahrung geben... Und guck mal an: einer ist gar kein Zombie, kann einen aber auch verkleiden, so dass man im Obergeschoss gar nicht zu kämpfen braucht! Klasse! Allerdings läuft es sich exorbitant langsam in so nem Zombiekostüm, also wieder ausziehen das Dingen, wenn man oben fertig ist. Und ab in den Keller, die Holde begrüßen gehen. Aber verdammt. Die da unten greifen wieder an, also doch wieder durchschnetzeln. Naja, was soll's. Die Riesenskelette im Zentrum nehme ich diesmal aber auch noch mit - beim ersten Durchgang waren sie mir etwas zu hart.
Hmmm.
Diesmal auch noch, zwei reichen, die andern dürfen weiter untot vor sich hin vegetieren.

Ok, meine Liebste hat mich vollgequatscht und ich frag' sie, ob sie mir 'nen Weg nach draußen verraten mag. Oh Gott: ich glaub, das hätt' ich lieber gelassen. Was für eine Furie! Schnell mal 'nen Spielstand laden, so wird das nix. Und warum geht eigentlich das Portal nicht auf. Ich weiß doch, dass es genau dort ist. Mal nachlesen ... Hm, es braucht einen krummen Skelettfinger. Verdammt, wo gibt’s den? Alles nochmal auf den Kopf stellen ...

2 Stunden später: Ach, die meinen das Dingen, das ich im Kampf gegen das erste Riesenskelett verbraucht habe... Und natürlich gibt es kein früheres Savegame mehr. Hm, ach, durch den Hauptausgang wäre ich auch raus gekommen? Achja... Wenn da nicht der zuständige NPC bereits tot wäre. Verdammt...
Sackgasse. So viel zum Thema PS:T verzeiht aggressive Spielweisen. :rolleyes:

Namenloser, die Dritte: Jetzt aber! Morte, mit allem quatschen, was sich bewegt, alles an Quests erledigen und niemanden angreifen, das geht bestimmt auch ohne Gewalt. Ach, guck mal an, sogar die Riesenskelette im Keller. 800 Erfahrungspunkte jeweils und lecker Runen. So macht das ganze doch Spaß, und meine Liebste mag mich auch noch, muss schon eine starke Liebe sein, wenn sie ihr hilft dem Tod zu widerstehen. Hauptausgang wurde mir netterweise auch geöffnet: sehr amüsant, wie der Torwächter reagiert, wenn man ihn als Zombie verkleidet anquatscht und ihm dann ein' vom Pferd erzählt. Aber so macht's am meisten Spaß: mit gewaltfreien Lösungen, die am Ende mehr Erfahrung geben, als die Gewaltlösungen. Nicht so wie später in Neverwinter Nights, wo man jedesmal, wenn man Spezialfähigkeiten einsetzt um Gegner zu verscheuchen, oder Kämpfen auszuweichen um seine EP bangen muss.

Jedenfalls hat der Namenlose es zum dritten Mal an die Oberfläche geschafft - und diesmal zu meiner vollsten Zufriedenheit. Es folgten erste Erkundungen der Stadt: Pöbeleien einer gewissen Annah, diverse kleine „Flirts“ mit Damen, die gar als „Huren“ bezeichnet daherkommen und zu guter Letzt ein Besuch in einer Taverne, in der ein gewisser Dak'kon kaum davon abzuhalten war, meiner Gruppe beizutreten, auch wenn Morte natürlich, wie immer, was zu maulen hatte und es ihm eigentlich am liebsten wäre, ich würde mit so gut wie niemandem sprechen... Der Gute scheint wirklich 'ne Menge Aufmerksamkeit zu benötigen!

So weit der bisherige Spielstand. Da stellt sich natürlich die Frage, was ich von mir bisher so alles weiß? Ich bin wohl ein Unsterblicher, jedoch in einem sehr makaberen Sinne als ständig wiederauferstehender Untoter. Ich bin wohl schon sehr oft wiederauferstanden, weiß aber praktisch noch nichts konkretes über meine Vergangenheit, außer dass meine Begleiter oftmals mit mir sterben und es wohl nicht so mit dem Wiederauferstehen haben. Das war's im Grunde auch schon. Ich denke im Laufe der Haupthandlung wird es weitere Informationen geben... Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass Morte mehr weiß, als er zugibt, aber noch ist's nur ein Gefühl...


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Die Gute Edith beschäftigte sich vor allem mit Formatierungs- und Rechtschreibungsfragen.
Sehr schön geschrieben, allerdings muss ich sagen, dass ein paar Leerzeilen der Lesbarkeit gut getan hätten ;)
(31.05.2012, 05:20)tommy schrieb: [ -> ]Sehr schön geschrieben, allerdings muss ich sagen, dass ein paar Leerzeilen der Lesbarkeit gut getan hätten ;)

Sehe ich grundsätzlich ähnlich, wobei die Formatierung in Word eindeutig noch ordentlich wirkte, das liegt wohl an der größeren Zeilenbreite im Forum.

Ich habe die Absätze jetzt mal zu Leerzeilen ausgebaut, hoffe das hilft.
Tag zwei in Sigil

Die vorsichtigen Erkundungen Sigils gingen weiter, Betonung tatsächlich auf vorsichtig. Ich rede nur vereinzelt mit NPCs und nehme auch nur einzelne Aufgaben an und erledige diese dann praktisch sofort - um das Tagebuch nicht unnötig zu überfrachten. In modernen Spielen kann man dies ohne weiteres machen, da die Tagebücher inzwischen meist ordentlich strukturiert sind und vor Hinweisen geradezu überlaufen, aber bei älteren Spielen ist dies immer so eine Sache. So werden die Tipps, die man bekommt hier ja auch total unübersichtlich im Haupttagebuch abgelegt und nicht den jeweiligen Aufgaben zugeordnet - und wenn ich jetzt durch den Stock marschierte und erst einmal sämtliche Aufgaben einsammelte, verlöre ich wohl vollständig den Überblick: in meinem Gehirn ist einfach nicht genug Platz für so viele Informationen und ich habe mir vorgenommen so wenig wie möglich auf Hilfeseiten im Internet oder ähnliches zurückzugreifen. Es macht in Hinblick auf den Spielspaß für mich einen Riesenunterschied, ob ich Aufgaben tatsächlich löse, oder ob ich jedesmal nachgucken muss, was zu tun ist, weil es unzählige Textzeilen her ist, dass ich die Aufgabe angenommen habe und ich überhaupt keinen Kontext mehr herstellen kann. Nachteil des ganzen natürlich: viel mehr Laufarbeit zu verrichten.

Ausnahmen bestätigen aber auch bei „Keine Internethilfe“ die Regel. Als das Inventar meiner Gruppe wieder einmal überaus voll war und ich noch keinen Händler zum Verkaufen gefunden hatte, musste ein Blick ins Internet helfen. Ich hätte den Marktplatz zwar wahrscheinlich auch so gefunden, aber da überall in der Stadt Schläger lauern, die leider auch Gegenstände fallen lassen, musste eine schnelle Lösung her. Genauso wie heute, als mir aufgefallen ist, dass ich noch 4 Punkte für Waffenfähigkeiten offen habe - es Griff die Angst um sich, dass ich sie bei den Stufenaufstiegen hätte verteilen müssen, aber dem war dann zum Glück nicht so. Und wo ich grad' dabei war, habe ich natürlich auch gleich geschaut, wo ich einen Lehrer für die Waffenfertigkeiten finden kann.

Das war's dann aber auch, und wenn nichts weiter dazwischen kommt, geht es nun geruhsam entlang der Story weiter.

Achja. Ich habe mich entschieden in der Zukunft „Tode“ des Hauptcharakters zu akzeptieren. Schließlich kann er nicht sterben, also was soll's. Normalerweise kriege ich in Rollenspielen immer 'nen Hals, wenn ein Charakter stirbt und es muss postwendend ein Spielstand geladen werden, aber hier scheint es mir doch Teil des Spieldesigns zu sein - und wer weiß, was man alles verpasst, wenn man es nicht nutzt. Sprüche der Begleiter zum Dahinscheiden, vielleicht auch Elemente der Hauptgeschichte... Fest steht: ab sofort wird gestorben!

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Annah war übrigens wirklich ein kleines Miststück! Schickt sie mich absichtlich in die falsche Richtung, direkt in die Hände einiger Banditen - sie musste natürlich direkt zur Rede gestellt werden - und wurde auch noch frech! Schon ärgerlich, so ein süßes Ding und dann so ein raues Mundwerk. Naja, ich werde es in jedem Fall später nochmal bei ihr versuchen, Deionarra kann in ihrer nunmehr rein astralen Existenz schließlich und endlich nicht mehr für meine körperlichen Bedürfnisse einstehen und da muss Abhilfe geschaffen werden und wer will nicht wissen, was sie mit ihrem Schwanz so alles machen kann? Ich denke Morte sieht das ähnlich, auch wenn ich mich doch sehr frage, wie das mit ihm und den von ihm so verehrten Damen überhaupt funktionieren soll. Naja, vielleicht wenn man auf knabbern steht...

In der Taverne, in der ich auch Dak'kon aufgelesen hatte, gab es nochmal einen gemütlichen Plausch mit dem Wirt: und siehe da! - man kannte sich. Ich erinnere mich natürlich kein Stück mehr an ihn, aber er sich um so mehr an mich. Leider vor allem an die Schulden, die ich bei ihm noch habe - und er will auch noch verdammte Zinsen auf die Kohle. Andererseits habe ich ihm anscheinend eins meiner Augen verpfändet, das will ich natürlich wieder haben. Aber was soll's, gehandelt werden muss trotzdem - von 500 runter auf 300 Klimper, das kann sich doch sehen lassen. Außerdem gibt’s in diesem netten Etablissement ab sofort alles umsonst auf Lebenszeit, da ich ihm geholfen habe noch weitere Schulden zu begleichen. Ob er weiß, dass ich nicht sterben kann? Ich hoffe jedenfalls, dass er meine Lebenszeit meinte, dann haben auch noch seine Enkel was davon.

Das Geschäft mit meinem Auge hat sich im Übrigen gelohnt, es hat eine Erinnerung freigesetzt, ich war wohl in einem früheren Leben ein Krieger, der in einer großen Schlacht gekämpft hat. Mal noch ein bisschen rumfragen in der Stadt, vielleicht habe ich ja noch mehr Körperteile irgendwo deponiert...
Tage 2 bis 6 in Sigil

Was für ein Drecksnest ist das hier eigentlich? Alles voller Prostituierter und andauernd meinen einem irgendwelche Schläger auf den Sack gehen zu müssen. Ich mein, mit ersteren kann ich mich ja noch gut arrangieren und zweitere sind mehr lästig, als wirklich gefährlich, aber trotzdem. Zudem ist alles so ungeheuer baufällig. Überall arbeiten Dabus und trotzdem sieht es aus, als fiele der Stock schon bald in sich zusammen. Die Dame scheint kein wirkliches Interesse daran zu haben, die Stadt in einem präsentablen Zustand zu halten. Aber was soll's. Ich bin hier, meine Erinnerungen sind hier, also bleibe ich auch: es muss doch weiteres rauszufinden sein!

Dieses Gefühl ist immer noch da: die Leere. Irgendetwas fehlt in mir und ich weiß nicht was - und bisher kann mir auch niemand etwas dazu sagen. Wie auch? Sie spüren diese Leere nicht und ich kann ihnen nicht zu viel über mich verraten, bei den bisherigen zaghaften Versuchen erntete ich nur Spott oder ungläubiges Geschwafel.

Was bin ich eigentlich? Noch Mensch? Schon Untoter? Mein Körper wirkt äußerlich verfallen und ist dennoch so funktional, als sei ich ein junger Mann. Meine Regenerationsfähigkeit ist schier unglaublich. Ich durfte es kürzlich erst wieder in vollem Umfang bewundern:

Wir sind in den Abfallbergen unter dem Stock einer alten Schneiderin begegnet, die ihren Unterhalt damit verdient alles verwertbare aus Leichen zu entfernen. Ich habe sie gebeten, auch meinen Körper einmal zu durchsuchen - ein wenig schmerzhaft, aber immerhin kenne ich jetzt den Grund für meine Verstopfung: da steckte doch glatt ein Ring in meinen Eingeweiden. Jetzt befindet er sich natürlich an meinem Finger, wo er auch hingehört. Dazu habe ich noch ein paar Eingeweidereste zur näheren Beschau bekommen. Was soll's, ist eh schon wieder verheilt. Morte hat natürlich wieder rumgesponnen - während ich in aller Gemütsruhe der Näherin dabei zugesehen habe, wie sie meinen Körper geknackt und untersucht hat, hat er fleißig die nächste Wand angestarrt. Hätte wahrscheinlich auch gekotzt, wenn er denn noch einen Magen hätte. Ist halt ein kleines Weichei, der Gute.

Die Einwohner des Stocks machen sich bei mir auch nicht gerade beliebter, während sich Annah ihre Dreistigkeiten ja aufgrund ihres grandiosen Körpers noch leisten kann, sind andere einfach das Letzte. Da dreht mir so ein kleiner Dreckskerl eine Kiste an, um sie einem Bekannten von ihm zu bringen - und was ist? Das Dingen ist verflucht! Hat mich 'ne verdammte Odyssee durch die Stadt gekostet um das Dingen wieder loszuwerden... Wenn ich den Kerl nochmal zu packen kriege, prügel ich ihn windelweich, soviel steht definitiv fest. Dummes Aas.

Und überhaupt.

Alle paar Meter braucht irgendwer Hilfe. Sind die wirklich alle so dermaßen unfähig sich selbst zu helfen? Mal im Ernst, ich helfe ja durchaus nicht ungern und es gibt auch immer wieder ordentlich Klimper und Gedöns für meine Hilfe, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Hilflosigkeit der Menschen ein Teil des Problems dieser verfallen Stadt ist. Neben der miserablen Administration versteht sich.

Ich hatte übrigens noch ein seltsames Erlebnis: eine alte Hebamme hat mich in die Geheimnisse der Magie eingewiesen und es hatte den Anschein ... dass ich mich auf dem Gebiet schon gar nicht so schlecht auskenne. Ich weiß nicht woher, aber es scheint, dass ich entweder ein Naturtalent für die Magie habe, oder schon frühere Erfahrung. Dabei dachte ich bisher, dass ich im früheren Leben als Krieger gedient habe - das macht doch alles keines Sinn! Aber naja. Ich bin ja offensichtlich kein normaler Mensch und ich habe zunehmend die Hoffnung, dass sich bald alles aufklären wird. Mir wurde nahegelegt, dass Pharod wohl mein fehlendes Tagebuch in seinem Besitz haben soll - auch wenn er es in einem ersten Gespräch nicht zugeben wollte. Natürlich muss ich erstmal wieder Dinge für ihn erledigen ... aber ich will nicht klagen. Immerhin ist es eine Chance. Ich hoffe für ihn, dass er nicht versucht mich zu verarschen, denn so langsam verstehe ich keinen Spaß mehr. Er scheint viel über mich zu wissen - und ich will wissen, was!
Ach Dak'kon. Ich kannte ihn gut... :D
(31.05.2012, 20:32)Rabenaas schrieb: [ -> ]Ach Dak'kon. Ich kannte ihn gut... :D

Ich bisher noch nicht so richtig. Eigentlich nur Morte, da er ja andauernd dazwischenquatscht, Dak'kon scheint mir eher ein ruhiger Genosse zu sein - und ich hatte bisher keine Lust, mich mit ihnen intensiver zu unterhalten, sprich mal alle Gesprächsoptionen durchzuprobieren. Steht aber recht weit oben auf der Agenda, zumal in Bezug auf Morte mir gerade erst mitgeteilt wurde, dass er so ein bisschen nach niedere Ebenen müffelt... ;) Dak'kon durfte mir vor allem beim Wechseln zwischen Krieger und Magier zur Seite stehen.
(31.05.2012, 20:54)cvk schrieb: [ -> ]Ich bisher noch nicht so richtig.
Oh doch. :evil:
Dak'kon wird den Namenlosen noch ganz schön zum *grübeln* bringen. Oder auch nicht.
(31.05.2012, 21:00)Rabenaas schrieb: [ -> ]
(31.05.2012, 20:54)cvk schrieb: [ -> ]Ich bisher noch nicht so richtig.
Oh doch. :evil:
Dak'kon wird den Namenlosen noch ganz schön zum *grübeln* bringen. Oder auch nicht.

Na, dann lass' ich mich mal überraschen, was da noch kommt.
So gesehen gilt dass natürlich für so ziemlich alles und jeden, auf den der Namenlose trifft. ;)
Ich hab das Spiel bisher nicht gespielt, aber ich bin schon echt gespannt wie die Geschichte weitergeht ;)
(01.06.2012, 05:24)tommy schrieb: [ -> ]Ich hab das Spiel bisher nicht gespielt, aber ich bin schon echt gespannt wie die Geschichte weitergeht ;)

Hm, dann muss ich ja darauf achten auch hier und da Dinge zu erklären, wie zum Beispiel die Sexanspielung von Morte mit dem Knabbern... Ich denke aber, das Bild ist selbsterklärend. ;)

Davon ab muss ich sagen, dass die Entscheidung PS:T zu spielen eine sehr gute war. Gestern Nacht war ich das erste mal seit Jahren wieder in dem "Nur noch das eine..."-Tunnel. Ich musste mich zwingen aufzuhören, um nicht meinen Schlafrhythmus total übern Haufen zu werfen, ist schließlich nur eine Woche Pfingsferien, dann geht's wieder an die Uni.

WoW hatte mich schon ganz schön verdorben - ich konnte kein Spiel mehr spielen, ohne ständig für jede Aufgabe schnell nachlesen zu gehen, wie man sie am besten und schnellsten lösen kann - und habe dabei völlig das Gefühl für Geschichten verloren. Es ging nur darum alles möglichst schnell und möglich gut zu beenden. Aufgabe lesen? Ist für Anfänger! Und schon kleinste Verskillungen waren eine Todsünde. Aufgrund derer ich bis heute Morrowind trotz mehrerer Versuche nicht durch bekommen habe. Ich hätte mit dem schleichenden Bogenschützen, den ich mir als erstes erstellt hatte durchziehen sollen. Da hat es Spaß gemacht - und dann hab ich gelesen, dass das alles nix bringt und bestimmte Magierkombinationen besser sind. Vorbei. Charakter doof, weil nicht "imba". Schreckliche Einstellung. Daher auch meine inzwischen entwickelte Aversion gegen übermäßiges Lesen von Hilfsseiten.

Aber hier ist das irgendwie anders. Es macht wieder Spaß relativ unsystematisch zu spielen und einfach der Story zu folgen, zumal man keine Ahnung hat wo nicht vielleicht Erinnerungen ausgelöst werden - alles könnte wichtig sein.

Spaß! :)
Tag 7 in Sigil

Ich werde zunehmend verwirrter ob meiner Vergangenheit. Nahe des Marktplatzes ist mir eine Frau begegnet, die behauptet, mich zu kennen. Ich sei ihr vor vielen Jahren einmal begegnet - ein hochmütiger Adeliger mit Gefolge, der beharrlich versuchte eine attraktive, junge Frau von sich abzuwimmeln. Klingt soweit erstmal gar nicht nach mir. Gar einen Bannerträger soll ich in meinem Gefolge gehabt haben.

Weiterhin hatte ich einige Gespräche mit diversen Dieben und es dünkt mir, dass ich auch der Diebeskünste fähig zu sein scheine. Es ist wie mit allem anderen: es fühlt sich eher wie ein Wiedererinnern an, denn wie ein Erlernen. Das erneuert aber nur wieder meine Frage: wer, zur Hölle, bin ich? Bin ich ein verstoßener Halbgott, und mein Gedächtnisverlust nur eine Strafe für ein Aufbegehren? Bin ich verflucht? Oder ging ein früherer Versuch zu einem Lich zu werden ganz furchtbar schief? Fragen, so viele Fragen...

Und Morte, der kleine Flatterschädel, ist auch keine große Hilfe - habe erneut versucht ihn auszufragen, aber da kommt nicht viel, was ich nicht schon gehört hätte. Viel Gesülze, Schimpftiraden, Besserwissereien... Wenn er doch wenigstens einen Hals hätte, den man umdrehen könnte!

Ähnlich bei Dak'kon, seines Zeichens wohl ein Githzerai und insgesamt wenig redselig. Gerade über sich oder seine Vergangenheit gab es kaum etwas neues zu erfahren. Morte erzählt mir ständig, dass ihm nicht zu trauen sei, aber Morte hat nun wirklich geradezu paranoide Züge an sich. Alle sind potentielle Gefahren, niemandem kann man trauen - außer den sexy Zombiebräuten natürlich, damit es im Grab später nicht so einsam wird. Aber gut, ich brauche Hilfe, wenn ich meine Vergangenheit aufdecken will und Dak'kons Schwert, wie auch seine magischen Fertigkeiten, waren bisher zumindest nützlich. Genauso wie Mortes Biss, wie ich mir der Ehrlichkeit halber doch eingestehen muss.

Tag 8 in Sigil

Ratten! Alles voller Ratten! Ich wollte es dem Beamten der Seuchenkommission ja zunächst nicht glauben, aber jetzt hier in den Tiefen unter dem Stock ist wirklich alles voller Ratten. Ich kann sie wirklich nicht mehr seh'n. Und das schlimmste: im Schwarm entwickeln sie magische Fähigkeiten, es gilt also stets sie so schnell wie möglich zu dezimieren. Zaubernde Ratten... Jetzt mal im Ernst, wo bin ich hier gelandet?

Wo keine Ratten sind, rennen Untote herum. Und dann wollen die auch noch Dinge von mir, scheinen in Konflikt miteinander zu stehen und wollen dass ich sie unterstütze. Wobei die Untoten ja schon putzig waren. Wollten mich einsperren, bis ich tot und einer von ihnen bin. Ah, was musste ich da herzlich lachen. Ja, viel Spaß beim warten, mal gucken wer den längeren Atem hat. In Relation zu den hier herum rennenden Ghulen, habe ich zumindest allemal den frischeren!

Morte fühlte sich natürlich gleich wie zu Hause und flirtet ständig mit den stinkigen Zombiebräuten: es hat wohl auch Vorteile keine funktionierende Nase mehr zu besitzen. Naja, jedenfalls konnte ich die Untoten überzeugen, mich wieder gehen zu lassen. Notfalls hätte ich es auch ausgesessen, aber man soll sein Glück ja auch nicht über Maß strapazieren. Ich schätze mal zumindest Dak'kon hätte was dagegen gehabt ein paar hundert Jahre bei den Untoten auszuharren, bis sie einsehen, dass es doch keinen Sinn hat auf meinen Tod zu warten...
Das einzige was mich an PS:T stört, ist das Magiesystem, aber das basiert ja auf dem D&D System. Das fand ich aber bisher generelll (auch in anderen RPGs mit diesem System) nicht allzu optimal umgesetzt. In der Auschmückung\animierte Sequenzen für die stärkeren Zauber erinnert mich in PS:T relativ stark an fernöstliche RPGs in denen vielfach alle stärkeren Attacken\Zauber eben oft mit solch einer "over the top" Attitüde umgesetzt dargestellt werden. Ansonsten gehört PS:T aber definitiv zu meiner TOP3 der besten CRPGs, insbesondere natürlich aufgrund der Geschichte, mir fällt spontan auch kein mir bekanntes CRPG ein, dass annähernd etwas ähnliches vom Spielgefühl her geboten hat. PS:T spielt man imo primär aufgrund der Geschichte und Charaktere, ein Aspekt der vielen (u.a. heutigen) RPGs leider bisweilen völlig abhanden gekommen ist.

In diesem Sinne danke für dieses Tagebuch, animiert mich doch sehr, das Spiel bei nächster Gelegenheit wieder einmal zu spielen.
Tag 9 in Sigil

Ich weiß nicht ... ich ... glaube...

Nein, ich bin mir sicher. Aber... Wie? Ich...

Es muss einfach so sein... In den Katakomben unter Sigil sind wir auf eine Grabkammer gestoßen. Eine Grabkammer, die mir gleich bekannt vorkam. Schon in ihrer Nähe verspürte ich ein merkwürdiges Gefühl, das meinen Körper vollkommen durchzog. Ich musste in diese Kammer eintreten - allein! Ich weiß nicht warum, das Gefühl war einfach da. Es ging nicht um den Schutz von Heiligtümern, auch nicht um das Abwenden von Gefahren für meine Gefährten, aber diese Grabkammer ist nur für mich gedacht. Ich spürte es genau. Sie hatten dort nichts zu suchen. Aber ich ... es zog mich geradezu hinein.

Nachdem ich die Kammer betreten hatte, wurde das Gefühl nur noch stärker: ich war schon einmal hier. Wahrscheinlich eher häufiger. Alles wirkte als wäre es für mich gebaut worden, als erwartete die Kammer mein Erscheinen. Und das Gefühl zeigte sich als untrügbar wahr. Sollte es mein Steinsarg sein, der dort im Zentrum steht? Es gibt keinen Zweifel. Die Wände sind von Inschriften übersät. Inschriften, die eindeutig an mich adressiert sind. Und von mir geschrieben wurden. Einige wirken, als seien sie hunderte von Jahre alt. Kann es sein?

So habe ich mein verlorenes Tagebuch offensichtlich gefunden. Die Texte wirken nicht, als seien sie alle von mir verfasst worden, vielmehr von sehr unterschiedlichen Charakteren - und doch weiß ich, dass sie mein Werk sind. Das Gefühl ist einfach zu stark. Werde ich meinen Begleitern davon berichten? Eine der Inschriften besagt, dass ich dem Totenschädel nicht vertrauen soll. Meint sie etwa Morte? Zumindest ihn werde ich wohl zur Rede stellen müssen...

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@Silencer

Ja, das Magiesystem ist auch das letzte. Gerade bei PS:T und auch BG - du hast ja am Anfang praktisch keine Zauber und später sind sie dann quasi nutzlos, weil alles Resistenzen hat. Und bei drei Zaubern, die du vorbereiten kann, verbringst du praktisch 80% der Spielzeit mit Rasten. Selbst bei den späteren AD&D Spielen Neverwinter Nights 1&2 habe ich nie mit einem Magier durchgezogen. Hexe (ungleich Hexenmeister), ja, Kleriker, ja, aber Magier waren mir einfach zu doof. Und ich hab's mehrfach versucht. Kleriker können, wenn die Zauber aufgebraucht sind, wenigstens noch was im Nahkampf und fallen nicht alle zwei Meter um, während die Hexe ihren Schwarzmagischen Strahl so oft benutzen kann, wie sie will, auch wenn es nur sehr wenige Zauber sind. Ein Magier mit Armbrust hingegen passt einfach nicht in meine Welt und ich habe keine Lust ständig dutzende Schriftrollen zu basteln. Aber das liegt wohl nur an mir. ;)
Tag 12 in Sigil

Nach den Entdeckungen der letzten Tage brauchte mein Gruppe erst einmal eine Pause. Oder vielmehr: ich brauchte eine Pause, um mich an mein neues Wissen zu gewöhnen. Da war es gut, dass wir noch einigen Leuten Hilfe zugesagt hatten und so sind wir einige Tage durch die Stadt geschlendert und haben uns kleineren Aufgaben gewidmet. Einer muss ja dafür sorgen, dass es hier halbwegs läuft - ich habe inzwischen wohl akzeptiert, dass diese bemitleidenswerten Kreaturen hier alleine kaum einen halben Fuß oder Huf oder was auch immer auf den Boden bekommen.

Nachdem ich mich wieder einigermaßen gesammelt hatte, habe ich mich gleich auf den Weg zu Pharod gemacht, diesem alten, leichensammelnden Bastard, der mich erst in diese Ratten- und Untotenverseuchten Niederungen hinabgeschickt hatte. Und klar: Er hatte gelogen, was seine ach-so-vielen Informationen über meine Vergangenheit angeht. Was für ein verlogener Drecksack. Das bisschen, das er zu erzählen wusste, wiegt nicht ansatzweise den Aufwand auf, den wir hatten um ihm seine bescheuerte Bronzekugel zu holen. Was will er überhaupt mit dem Schrott? Wenigstens hat er mir seine Tochter zur Seite gestellt, sie hat wohl meine Leiche das letzte Mal gefunden und eingesammelt. Schon witzig. Wie viele Menschen haben wohl Tieflingstöchter? Aber immerhin: Annahs wohlgerundeten Attribute schmälern meine Wut über Pharod doch nicht unwesentlich - und ich glaube kaum, dass sie es mir verziehe, wenn ich ihrem Pflegevater eins überzöge, zumal er auch nicht mehr der jüngste zu sein scheint. Annah. Ja genau diese Annah, die meinte uns schon früher verarschen zu müssen. Die Annah mit dem losen Mundwerk. Aber wie gesagt: dieser Körper verzeiht vieles. Die knack ich schon noch die Gute. Noch ist sie recht vorsichtig und abweisend, aber das kriege ich schon hin!

Natürlich wollte ich den Ort sehen, an dem Annah meine Leiche gefunden hat und so haben wir uns gemeinsam auf den Weg begeben. Durch einige Gassen hindurch kamen wir an einen Platz, wo uns plötzlich ein Steingesicht aus einer Wand sein Antlitz entgegenstreckte.

Ein Steingesicht.

Aus einer Wand.

Und reden konnte es natürlich auch! Was auch sonst...

Das Gesicht war genauso überrascht ob meines Anblicks, wie ich von seinem, oder besser: ihrem Erscheinen. Diese Stadt ist wirklich merkwürdig. Und das ist wörtlich zu verstehen, denn das Gesicht schien mir eine Inkarnation der Stadt selbst zu sein. Und sie wusste, dass ich dort vor ihren Augen gestorben war. Und tatsächlich: ich erinnerte mich! Endlich! Ich war dort, auch wenn ich nicht weiß warum, und war plötzlich umzingelt von Schatten, die mich niedergerungen haben.

Die Inkarnation der Stadt hatte dann noch eine Bitte an uns, wir mögen ihr doch dabei helfen zu gebären. Ja, gebären. Sigil scheint wirklich nicht nur eine merkwürdige, sondern vielmehr eine bemerkenswerte Stadt zu sein. Wir kamen ihrer Bitte nach und haben alles im Umkreis wieder so hergerichtet, wie es sein sollte: die Dabus scheinen die Stadt im Auftrag der Dame der Schmerzen unter Kontrolle zu halten, sie reparieren nicht, wie ich zunächst dachte, sie kontrollieren, sorgen dafür, dass die Stadt sich nur so entwickeln kann, wie es der Dame gefällt.

Nachdem wir die Werke der Dabus im Umkreis rückgängig gemacht hatten, konnte die Stadt endlich „gebären“, wodurch ein Gang auf eine andere Ebene der Stadt frei wurde. - Endlich können wir raus aus diesen Slums! Einfach mal hoffen, dass es dort nicht noch schlimmer ist.
Kleines Update: Im Augenblick kämpfe ich mit Goldmans [englisch betonen] Reliabilismus, von daher ist aktuell keine Zeit da zum Weiterspielen - Tagebuch schreiben mal ganz außen vor, das aktuelle umfasst immerhin schon fast 4200 Wörter und behandelt nicht ganz die Hälfte des Spiels - es folgen dann weitere Episoden, sobald die Zeit es wieder zulässt.
Tag 13 in Sigil

Annahs Ziehvater ist tot! Wir waren eigentlich schon auf dem Weg raus aus den Slums, als ich mich noch einmal mit Annah unterhalten habe - sie erzählte mir von einer Geheimkammer in Pharods Anwesen, in der er Erinnerungen an seine „Funde“ aufhebe. Da stellte sich natürlich die Frage, ob er mir nicht doch etwas vorenthalten habe.

Entsprechend sind wir natürlich noch einmal zurückgegangen, damit ich Pharod damit konfrontieren kann - nur sollte sich das als überaus schwierig darstellen: Wir konnten nur noch seine Leiche in Augenschein nehmen. Annah wirkte zunächst geschockt, hat sich allerdings recht schnell wieder gefangen und mir dann mitgeteilt, dass es wohl in der Nähe ein Portal zu Pharods Geheimkammer geben solle. Diese war dann aber wirklich eine herbe Enttäuschung: Hunderte von Büchern und keines über mich und schon gar keins von mir. Zumindest konnte ich keines finden. Damit steht wohl fest, dass Pharod mich definitiv belogen hatte, was seine Informationen über mich angehen - aber was soll's, er hat ja bekommen, was er verdient!

Tag 13 in Sigil - später

Heute ist absolut nicht mein Tag! Erst der Mord an Pharod und jetzt das! Wir waren wieder auf dem Weg hinaus aus den Slums, als ich noch einmal kurz in der zerstörten Kathedrale vorbeigehen wollte, um mich zu einem Geweihten Aoskars weihen zu lassen. Zwar hört man dauernd, dass man sich nicht mit der Herrin der Stadt anlegen soll und sie diese Religion verachtet, aber mal ernsthaft: was soll mir schon passieren? Bisher hatte sie mich ja auch in Ruhe gelassen - nicht wahr? Und wer ist hier der Unsterbliche? Richtig, ich bin hier der Unsterbliche!

So dachte ich jedenfalls. Kaum hatte ich die Weihen durchlaufen und war wieder auf meinem Weg, als ich plötzlich durch ein Portal in ein Labyrinth gesogen wurde - alleine, ohne jeden Gefährten. Es war seltsam: Im Zentrum des Labyrinths war ein Zeichen auf dem Boden. Dasselbe Zeichen, das ich zuvor auch schon in meiner Grabkammer gesehen hatte. Sollte es mich wieder in ein Grab für mich verschlagen haben? Dieses Mal vielleicht für immer?

Ich irrte eine ganze Weile durch die Gegend und versuchte mir einen Überblick zu verschaffen - überall in den äußersten Regionen waren Portale, die einen jeweils zur gegenüberliegenden Seite teleportierten. Alles in allem wenig hilfreich, wenn man einem Weg nach draußen sucht. Ich war schon im Begriff aufzugeben, als ich über eine alte Lagerstätte gestolpert bin - inklusive eines alten Tagebuchs. Eines MEINER alten Tagebücher! Ich war also schonmal hier! Und doch konnte ich mich nicht erinnern, aber daran hatte ich mich inzwischen ja gewöhnt. Das Tagebuch war jedenfalls des Rätsels Lösung. Mit seiner Hilfe war es ein leichtes, den Weg aus diesem Labyrinth zu finden - und ehe ich mich versah, fand ich mich bei meiner Gruppe wieder.

Ich sollte wohl noch erwähnen, dass mir im Labyrinth seltsame Gestalten begegnet sind - Schattenwesen, die mich attackiert haben. Die selben Schattenwesen, die ich bereits in der Vision beim Steingesicht gesehen hatte. Hatte vielleicht die Herrin der Stadt etwas mit diesen Jägern zu tun, die es offensichtlich auf mich abgesehen haben? Es will zu diesem Zeitpunkt zumindest so scheinen. So viel zu meiner Überzeugung, dass die Herrin mir nichts kann. Ich sollte wohl vorsichtiger agieren.

Immerhin weiß ich jetzt, dass die Steintafeln in meiner Grabstätte nicht das gesuchte Tagebuch waren, sondern tatsächlich noch andere - echte - Tagebücher existieren. Ich sollte also weiterhin die Augen offenhalten.

Tag 14 in Sigil

Offene Augen wären wirklich hilfreich gewesen! Endlich, endlich waren wir raus aus diesen stinkenden Slums - und schon passiert direkt wieder die Katastrophe ... Morte wurde entführt! Auch wenn ich mir seiner Loyalität noch nicht zu 100% sicher bin, so fühle ich mich doch verpflichtet, ihm nachzuspüren. Es ist wirklich kaum auszuhalten. Endlich raus aus diesen drecksverseuchten Slums mit dem ganzen Abschaum und schon passiert die nächste Scheiße. Sigil. Stadt der Portale. Sprungbrett zu den Ebenen. Geißel meiner Geduld!