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Die Legenden von Andor
#1
Question 
Vor kurzem bin ich über das Spiel "Die Legenden von Andor" gestolpert. Ich fand es faszinierend, seit langem mal wieder in einem "normalen" Geschäft ein ansprechendes Spiel aufzufinden. Nach dem, was ich darüber gelesen habe, handelt es sich um eine Mischung aus DSA und Heroquest. Eine einfache, fantastische Welt, in der die Spieler gemeinsam das Böse besiegen müssen. Was bei Heroquest die Questen oder bei DSA die Abenteuer sind, sind hier die Legenden.

Zwei Dinge scheinen dabei besonders zu sein:
1. Es gibt offensichtlich keinen Meister.
2. Monster müssen besiegt werden, aber nur bis zu einer gewissen Anzahl, sonst gilt das Spiel als verloren.


Allerdings habe ich auch weniger gute Kritiken darüber gelesen. Die Hauptschwäche des Spiels soll ähnlich sein wie die in den DSA-Computerkämpfen: Hat man einmal eine optimale Aufgabenverteilung für sich herausgefunden (z.B. Krieger und Zwerg als Tanks im Nahkampf, Elf mit Bogen und Magier mit Zaubern im Hintergrund), soll der Spielablauf der Legenden jedes Mal sehr ähnlich sein.

Deshalb meine Frage: Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit diesem Spiel gemacht und wenn ja, lohnt sich ein Kauf?

Ich lege dabei auf folgende Dinge Wert:
-schnell erlernbare Regeln
-Interaktion, die das Spiel beeinflusst - also möglichst kein Eisenbahn fahren
-möglichst viele taktische Variationen
-schwierige Kämpfe - (zumindest sollte die Möglichkeit bestehen, einen Kampf auch verlieren zu können)
-nicht nur Kämpfe, sondern auch mal ein Rätsel lösen

Dadurch, dass man miteinander kämpft, ist für mich der Glücksfaktor zu vernachlässigen.
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#2
Habe das Spiel geschenkt bekommen. :) Werde euch wohl demnächst mehr darüber berichten können.
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#3
Na da freue ich mich schon auf deinen Bericht, hatte nämlich auch schon einen Blick drauf geworfen.
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#4
(28.12.2013, 15:08)cheshire schrieb: Na da freue ich mich schon auf deinen Bericht, hatte nämlich auch schon einen Blick drauf geworfen.

Mittlerweile habe ich mich an das Spiel herangetraut. Das Material ist liebevoll gestaltet und verspricht eine gute Atmosphäre. Die Beschreibung verspricht, dass man das Spiel auch zu zweit spielen kann - ideal für spontane Spielabende in der Familie, ohne groß Termine ausmachen zu müssen. :up:

Ziel des Spiels
Eine Gruppe aus mehreren Spielern (Helden) spielt gemeinsam gegen das Böse. Anders als beim klassischen Rollenspiel gibt es jedoch keinen Spielleiter. Somit basieren während des Spiels alle Ereignisse auf Zufallskarten, die beim Betreten einiger Felder oder am Ende einer Spielrunde (jeder war einmal dran) ausgelöst werden. Die Gruppe muss mehrere Questen (Legenden) bestehen, insgesamt fünf. Schön ist jedoch, dass das Spiel so angelegt ist, dass man selbst Questen hinzuschreiben kann. Im Netz gibt es schon über 20 Fan-Legenden. :up:

Charakterwahl und Attribute
Zu Beginn stehen vier Helden zur Verfügung, die mich an Heroquest erinnern: Zauberer, Zwerg, Krieger und Bogenschütze - im Prinzip die Klassiker. Es gibt zwei Attribute: Willenskraft (WI) und Stärke (ST). Willenskraft steht für Lebensenergie und Zusatzaktionen, Stärke ist notwendig, um Kämpfe zu bestehen.

Das Kampfsystem

Held und Gegner würfeln jeweils eine festgelegte Anzahl an W6. Der höchste Würfel zählt, die restlichen Würfel verfallen. Dazu addieren sie dann ihren ST-Wert. Die Differenz bekommt der Unterlegene von seiner WI abgezogen. Ein Kampf endet, sobald ein Held bzw. Monster keine WI mehr hat bzw. der Held sich zurückzieht.

Bsp:
Held Alrik (WI 12, ST 4) würfelt mit 3W6 3, 1, 5. Zur höchsten Zahl, in diesem Fall einer 5, werden 4 ST-Punkte addiert. 5 + 4 =9
Das Monster (WI 7, ST 2) würfelt mit 2W6 4, 3. Jetzt werden noch 2 ST-Punkte addiert: 4+2 =6
Ergebnis: Monster verliert 3 WI.

Monster haben jedoch den Vorteil, dass sie alle gleiche Zahlen einer Sorte würfeln dürfen.

Bsp:
Held Alrik (WI 12, ST 4) würfelt mit 3W6 3, 1, 5. Zur höchsten Zahl, in diesem Fall einer 5, werden 4 ST-Punkte addiert. 5 + 4 =9
Das Monster (WI 7, ST 2) würfelt mit 2W6 4, 4. In diesem Fall dürfen beide Würfel gewertet werden. Jetzt werden noch 2 ST-Punkte addiert: 4+4+2 =10
Ergebnis: Alrik verliert 1 WI.

Helden hingegen haben den Vorteil, dass sie gemeinsam würfeln dürfen, d.h. ihre Ergebnisse addieren können.

Bsp:
Held Alrik (WI 12, ST 4) würfelt mit 3W6 3, 1, 5. Zur höchsten Zahl, in diesem Fall einer 5, werden 4 ST-Punkte addiert. 5 + 4 =9
Held Belrik (WI 10, ST 2) würfelt mit 3W6 3, 1, 2. Zur höchsten Zahl, in diesem Fall einer 3, werden 2 ST-Punkte addiert. 3 + 2 =5
Jetzt werden die Ergebnisse von Alrik und Belrik addiert:9+5 = 14
Das Monster (WI 7, ST 2) würfelt mit 2W6 4, 4. In diesem Fall dürfen beide Würfel gewertet werden. Jetzt werden noch 2 ST-Punkte addiert: 4+4+2 =10
Ergebnis: Monster verliert 4 WI.
Würden bei einem gemeinsamen Kampf die Helden WI verlieren, so dürften sie sich aussuchen, welcher Held WI verliert.

Wahl der Helden
Da es kein Talent- und Zaubersystem gibt, unterscheiden sich die Helden lediglich in ihren Kampffähigkeiten. :down:
Der stärkste Charakter zu Beginn ist imo der Zauberer. :confused: Er hat zwar nur einen Kampfwürfel, kann diesen aber "verzaubern": Jedes Mal wenn er eine 1 würfelt, kann er diese in eine 6 verwandeln. Aus einer 2 macht er eine 5, aus einer 3 eine 4. Fügt man ihm ein paar Stärkepunkte hinzu, wird er zum ultimativen Tank.
Der Krieger kann da leider nicht ganz mithalten. Seine Sonderfähigkeit ist eine erhöhte Regeneration: Sie ist um 67% höher als die der anderen Helden. Das liest sich zunächst super. Wenn man jedoch bedenkt, dass Helden nicht automatisch regenerieren, sondern dazu erst spezielle Orte aufsuchen müssen, was enorm viel Zeit kostet, relativiert sich das schnell. Zeit ist nämlich der Hauptengpassfaktor im Spiel. Im weiteren Verlauf des Spiels kann der Krieger seine Rüstung upgraden und seinen Schaden erhöhen - aber bis dahin ist es ein weiter Weg.
Beim Zwerg sind die Steigerungskosten für Stärke um 50% niedriger als bei allen anderen Helden. Allerdings muss er dazu ein spezielles Feld aufsuchen. Wenn man seine Gruppe jedoch gut über das Feld verteilt, sollte das kein Problem sein.
Der Bogenschütze hat zu Beginn die meisten Kampfwürfel. Dafür darf er sie aber nur einzeln würfeln und muss sich entscheiden, wann er aufhört...Ärgerlich, wenn der vorletzte Würfel eine 4 ist! Um diesen immensen Nachteil zu kompensieren, darf er als einziger Held Gegner angreifen, die sich nicht auf seinem, sondern auch auf den anliegenden Feldern befinden.


Fortsetzung folgt :)
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#5
Klingt ja ganz interessant bisher. Muss mal gucken ob es eines der Spielecafes hier schon hat oder es auf einer der Spielemessen anspielbar seien wird.
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